Seega („siga“ ausgesprochen) ist ein Brettspiel, welches vor allem von Ägyptern und Somalis gespielt wurde, bzw. gespielt wird, aber auch in Asien sind Varianten bekannt.
Bei dem Alter des Spieles scheiden sich jedoch die Geister. Sicher ist, dass man Seega Ende des 18./ Anfang des 19. Jhd. spielte. Aber auch auf dem 1400 v. Chr. begonnenen Tempel in Kurna (Oberägypten) fand man mehrere in die Dachsteine eingeritzte Spielfelder, darunter auch Seega. Es lässt sich allerdings nicht ermitteln, ob die Spielfelder während der Bauzeit des Tempels entstanden sind, oder wesentlich später. Gespielt wird auf einem Spielfeld mit 5x5 Feldern, die Spieler erhalten je 12 Spielsteine. Aber auch Varianten von 7x7 und 9x9 Feldern mit dementsprechend mehr Spielsteinen sind bekannt.
Gitterspiel auf Stein in Medinet Habu
Seega bietet einen faszinierenden Einblick in eine andere Seite der antiken Freizeit. Es entfernt sich von der religiösen Symbolik und den glücksbasierten Mechaniken anderer ägyptischer Spiele und konzentriert sich ausschließlich auf den menschlichen Intellekt. Sie zeigt, dass der Wunsch, einen Gegner in einem abstrakten Kampf zu überlisten, eine universelle und uralte menschliche Eigenschaft ist.
Als wahrscheinlicher Vorläufer vieler moderner abstrakter Strategiespiele verdient Seega seinen Platz in der großen Bibliothek der antiken Spiele – ein cleverer, zugänglicher und endlos wiederholbarer Wettkampf der Intelligenz.
Abb.: Latrunculi, eine römische Weiterentwicklung des Spieles
Im Gegensatz zu den kunstvollen Senet-Brettern in Gräbern war Seega ein Spiel des einfachen Volkes. Bretter wurden oft einfach in flache Steine, Tempelstufen oder direkt auf den Boden geritzt. Die Stücke konnten alles sein, von Kieselsteinen bis zu Keramikscherben. Diese Zugänglichkeit machte sie sowohl in Dörfern als auch in Militärlagern zu einer beliebten Freizeitbeschäftigung.